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Nina Hagen - Personal Jesus CD

 

Frau „Hagen“ sucht nicht mehr...

Man liebt sie oder hasst sie. Ein ‚dazwischen‘ gibt es bei Frau Hagen nicht. Schwarz oder Weiß, rein oder raus. Immer direkt, immer auf die zwölf. Ihr künstlerisches Schaffen gleicht seit immerhin 19 Alben einer stetigen Reise oder Suche nach dem Wie, Warum und Wohin. Nicht New York, Rio, Tokio, sondern (Ost)-Berlin, Hamburg, London, Amsterdam oder sogar Indien; rastlos, suchend und immer etwas kosmisch angehaucht.

Für die Medien galt sie immer als rumpelnde, unbequeme Selbstdarstellerin, ‚Ulknudel‘, ‚Punkmutter‘, ‚Rockröhre‘, ein Garant für Interviews, Talkshows oder Shows denen es an exotischen Einlagen oder Ideen mangelte. Dafür war sie immer gut, ihr musikalisches Schaffen hingegen wurde jedoch nie groß gewürdigt. Dabei bietet sie bereits seit den späten 70ern alles, was eine international agierende Lady Gaga heute erfolgreich zelebriert: Stimme (schaffte in ihren besten Jahren vier Oktaven), Skurrilität, Hedonismus und eine beachtliches Ego mit dem Hang zur One-Woman-Show.

Ihre vorherigen Alben fanden selten den Weg in die hiesige Presse, selbst Rezensionen waren rar. Die letzten 20 Jahre war es musikalisch etwas ruhig um den bundesdeutschen ‚Bürgerschreck‘. Bei immerhin über 500 (!) weltweit erschienenden  Platten- und CD-Veröffentlichungen, in denen sie als Sängerin mitwirkte, durchaus erstaunlich. Einziger Achtungserfolg war ihr Hit ‚Solo’ mit Thomas D. für dessen gleichnamiges Album, sowie Independent-Beiträgen für die Braunschweiger X-Over-Band Oomph! (‚Fieber’) oder den finnischen Cello-Rocker Apocalyptica. 2009 ließ sich die Pop-Diva im Alter von 54 Jahren (evangelisch) taufen – die ehemalige Punk-Röhre hat alles (Außer)irdische abgelegt, ist gottgläubig und tut dieses nun kund.

2010 scheint die Hagen endlich mit inhaltlicher Tiefe und Klang einen verständlichen Kosmos aus Rock, Blues und Gospel gefunden zu haben: ‚Personal Jesus‘. Ein Album ohne große Kosmetik, aber mit durch Naturinstrumente geprägten, geradlinigen fast runden Gesamtsound, wenn man mal von der alternden, rauchigen Stimme absieht. Mit einem hochkarätigen Team aus Produzent Paul Rössler sowie Peter Schmidt (Rosenstolz, Ich & Ich), hat sie sich Hit-Garanten ins Boot geholt, die ihre bewegte und rastlose Liebe ihres Lebens zu Jesus und Gott auf CD vereinen sollten.

Rössler und Punk-Ikone Hagen legen musikalisch ein solides Coveralbum vor. Handwerklich zwar sauber, aber leider nur semi-authentisch, weil man das Gefühl nicht los wird, dass es bereits andere vor ihr erfolgreicher geschafft haben, Lieder zu covern um die Nähe zu Gott zu preisen (z.B. Cash’s ‚American Recordings‘ mit Depeche Mode’s ‚Personal Jesus’). Der gleichnamige Song, den sie hier interpretiert, kann aber Cash’s Version bei weitem nicht das Wasser reichen. Fast fröhlich-gerollt beginnt sie sich hier auf dünnes Eis. Sich an einem solch ‚verbranntem‘ Song ran zu wagen zeugt entweder von verstrahltem Ego oder Dummheit der Produzenten. Bei andere Tracks, wie ‚All You Fascists Bound To Lose‘ von Woody Guthrie oder ‚Run on‘ lauscht man, fast ungläubig, purer Country-Musik. No Punk, just Nashville.

Die Hagen verzichtet, bis auf ein paar ganz wenig schrille Töne, auf jegliche Eskapaden, holt Ihren Bariton raus und singt uns den Blues oder Gospel. Für Atheisten, für dich, für mich. Und letztendlich für sich selbst. Selbst Elvis ist ihr nicht heilig genug auf ihrem neuen Weg zu Jesus.

Teilnehmer des nächsten Kir­chentag werden ihr neues, bekehrtes Idol feiern, bei dem Rest der Bevölkerung und den Charts dürfte sie kaum mit einer Silbe erwähnt werden.
Unsere gealterte Diva wird auch noch in 20 Jahren ihr ‚Ding‘ durchziehen – wie auch immer das aussehen mag. Unverstanden von der Welt und immer ein wenig nicht von dieser Welt.

Fazit: Frau Hagen ist halt die ‚Unbe-Hagen’, das wird sich auch 2010 nicht ändern. Gott hin oder her.

Nina Hagen - Personal Jesus
Koch Universal Music (Universal)

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